Pedalritter auf und abseits der Straße

Radfahren verbessert die Gelenkbeweglichkeit und ist eine ideale Einstiegssportart. Radfahren steht aus orthopädischer und sportmedizinischer Sicht ganz oben auf der Liste der empfehlenswerten Sportarten. „Insbesondere für Menschen, die unter Übergewicht leiden oder lange bewegungsabstinent waren, ist Radfahren ein idealer Einstieg in die sportliche Betätigung“, sagt Dr. Bernhard M. Zahn, Sportmediziner aus Berlin. Fahrräder, die eine aufrechte Sitzposition ermöglichen, überzeugen mit den geringsten Belastungen für den Bewegungsapparat. Solche Räder eignen sich daher besonders für Menschen, die es etwas ruhiger angehen lassen wollen oder aufgrund des Alters Fahrkomfort schätzen. Rennräder sind natürlich der Traum eines jedes Radsportbegeisterten. Je sportlicher jedoch dieser Räder gefahren werden, desto so stärker ist die Neigung des Oberkörpers nach vorn und damit die Belastungen an der Wirbelsäule, den Schulter- und Handgelenken. Beim Mountainbiking abseits der Straße wirken die Erschütterungen des Untergrunds auf den Schulter-Nackenbereich und die Handgelenke. Die Weiterentwicklungen von Federgabeln und Dämpfungen bieten jedoch auch bei Mountainbikes mehr Komfort und reduzieren die Erschütterungen.

Überlastungsbeschwerden

Wie in jeder anderen Sportart auch, kann es natürlich auch beim Radfahren zu Überlastungsbeschwerden kommen. Laut Untersuchungen klagen 70 Prozent der Radfahrer über Rückenschmerzen und Schmerzen an der Halswirbelsäule sowie im Schulter-Nackenbereich. Die Ursachen dafür liegen in einer gestreckten, wenig aufrechten Sitzposition. Außerdem spielt eine untrainierte und durch Fehlhaltung verkürzte Rumpf- und Schulter-Nackenmuskulatur eine Rolle. Insgesamt sind viele Beschwerden beim Radfahren auf Fehlhaltungen oder Bewegungsarmut im Alltag zurückzuführen. Denn ungünstige Haltungsideale und einseitiges Training stören das Kraft- und Elastizitätsgleichgewicht der Muskulatur. Trotz dieser Belastungen profitieren Radfahrer von der insgesamt gelenkschonenden Bewegung. Selbst bei fortgeschrittener Arthrose an Knie- und Hüftgelenken bleibt das Radfahren oft die einzige und mögliche sportliche Aktivität. Das Fahrradfahren erhält zudem die Mobilität. Das ist gerade für Menschen deren Bewegungsradius eingeschränkt ist, nicht zu unterschätzen. Das Rad bzw. der Ergometer eignet sich sogar als wichtiges therapeutisches Mittel und kann nach Operationen in der ersten Rehabilitationsphase eingesetzt werden. Denn die zyklischen, runden, achsgeführten Bewegungen verbessern und fördern die Gelenkbeweglichkeit.


Berliner Mauerradweg

Für radsportbegeisterte Berliner und Berlinerinnen ist der Mauerradweg ein absolutes Muss. Der Berliner Mauerweg kennzeichnet den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen zu West-Berlin. Er ist rund 160 Kilometer lang und führt um das einstige Ost-Berlin herum. Historisch interessante Abschnitte, in denen sich noch Mauerreste oder Mauerspuren auffinden lassen, wechseln sich mit landschaftlich reizvollen Strecken ab. An den Stationen der Geschichtsmeile Berliner Mauer sowie an den Infostelen des Berliner Mauerwegs erhalten die Radler mehrsprachige Informationen über die Teilung Deutschlands, den Bau und den Fall der Berliner Mauer. An 29 Standorten entlang des Weges wird an die Toten an der Berliner Mauer erinnert. Der Berliner Mauerweg in 14 Einzelstrecken gegliedert. Sie sind zwischen sieben und 21 Kilometer lang.