Schmerzen im Nacken?

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Jeder sechste Deutsche leidet mindestens einmal jährlich an Schulter- oder Nackenschmerzen. Medizinisch wird dieses Beschwerdebild auch als Zervikal-Syndrom oder Halswirbelsäulen-Syndrom (HWS-Syndrom) bezeichnet. Die Schmerzen kann man in akute (höchstens drei Wochen andauernd), subakute (drei Wochen bis drei Monate andauernd) und chronische unterteilen, die länger als drei Monate anhalten. Die Ursachen sind ebenso vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten und für den Laien oftmals schwierig zu erkennen.

Eine ärztliche Abklärung ist bei länger andauernden Schmerzen oder Begleiterscheinungen wie Lähmungen oder Kribbelgefühlen unbedingt erforderlich. Nur so können gravierende Probleme erkannt und schwerwiegende Schädigungen vermieden werden. Als erfahrene Manual­therapeuten wissen wir um die Richtig­keit des Zitates „Weniger ist mehr“. Nach einer Bewegungs­analyse lässt sich die Blockier­ung des Öfteren schon durch eine gezielte Ent­spannung der betroffenen Region lösen.

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Ursachen der Nackenschmerzen

Die Halswirbelsäule ist ein sehr empfindlicher Bereich des menschlichen Körpers. Tagtäglich ist sie einer starken Belastung ausgesetzt, da sie bei fast jeder Bewegung involviert ist. Durch kleine Beeinträchtigungen kann es deshalb schnell zu Problemen und starken Schmerzen kommen. Die Muskulatur um die Wirbelsäule herum dient dem Schutz sowie der Stabilisation, durch die Bandscheiben wird darüber hinaus ein vorzeitiges Abnutzen der Wirbelkörper verhindert. Trotz dieser Schutzfunktionen kommt es häufig zu Nackenbeschwerden, die Gründe hierfür sind vielfältig und meist nicht einfach herauszufinden. In den meisten Fällen wirken bei der Entstehung von Nackenschmerzen mehrere Faktoren zusammen.

Fehlhaltungen und mangelnde körperliche Aktivität können das Auftreten von Nackenbeschwerden begünstigen, zusätzlich spielen aber auch psychische Faktoren wie Stress eine Rolle. Zugluft kann bestehende Probleme verstärken und Verspannungen begünstigen. Im Alter kommt es zu einer zunehmenden Abnutzung der Wirbelkörper, was ebenfalls zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen kann.

In den meisten Fällen sind Verletzungen wie nach einem Schleudertrauma oder Überbeanspruchung die unmittelbaren Gründe für die eigentlichen Beschwerden. Schwerwiegende Verletzungen wie Frakturen sind selten, können aber ernste Konsequenzen haben. Sie treten bevorzugt nach einem Trauma wie beispielsweise einem Autounfall auf. Bei leichteren Traumata erfolgt eine Zerrung oder kleinere Einrisse der Muskulatur, Auslöser von Nackenproblemen können aber auch Nervenreizungen oder eine Blockade der kleinen Gelenke zwischen den Wirbeln sein. Die Ursache herauszufiltern ist der erste Schritt zur erfolgreichen Behandlung der Beschwerden.

Fehlhaltungen

Die häufigste Fehlhaltung der Halswirbelsäule ist ein nach vorne gestrecktes Kinn bei gleichzeitig in den Nacken gelegtem Kopf. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das auch als „Buckel“ bezeichnet. Gründe können eine Verletzung oder psychischer Natur sein, am häufigsten jedoch ist diese Fehlhaltung erlernt. Verbringt man tagtäglich mehrere Stunden in einer ungünstigen Position, kann es dazu kommen, dass diese Haltung verinnerlicht wird und zu dauerhaften Fehlbelastungen führt. Beispiele für Situationen, die eine solche Fehlhaltung begünstigen, sind Arbeit oder langes Spielen am PC, das Lesen von Büchern in zusammengekrümmter Haltung oder einfach eine generell schlechte Sitzhaltung. Auch bei einer unbehandelten Kurzsichtigkeit nehmen die Betroffenen oft diese Körperhaltung ein, um die Gegenstände näher an ihr Auge bringen und besser sehen zu können. Es gibt auch Möbel, welche die richtige (oder auch falsche) Sitzhaltung begünstigen. Von Vorteil ist es, an der Kante des Stuhls zu sitzen, ungünstig sind zu tief gelegene Möbel bzw. Sitzgelegenheiten, welche hinten tiefer sind als vorne.

Beachtet man diese Punkte und gleicht eine sitzende Tätigkeit durch regelmäßigen Sport nach der Arbeit aus, kann der Entstehung von Nackenschmerzen häufig schon durch diese einfachen Maßnahmen vorgebeugt werden.

Migräne

Migräne kann viele Ursachen haben und ist je nach Auslöser leicht oder schwer zu behandeln. In jedem Fall sollte abgeklärt werden, ob die Kopfschmerzen vom Nacken ausgehen und Probleme in der Halswirbelsäule als Migräneauslöser behandelt werden können. Umgekehrt kann eine stattgefundene Migräne aber auch Nackenschmerzen nach sich ziehen. Dann sollte die Migräne behandelt werden, um künftig Nackenschmerzen zu vermeiden. Eine Untersuchung der Halsgegend liefert hier in einem migränefreien Zeitraum keine Auffälligkeiten, auch ansonsten zeigen sich keine Auffälligkeiten.

In beiden Fällen sollte eine ausführliche Diagnostik durchgeführt werden, um das auslösende Problem zu erkennen und behandeln zu können. Aktuellste wissen­schaft­liche Veröffent­lichungen belegen zudem die Wirk­samkeit einer Botox­behandlung bei Stirn- und Schläfen­beschwerden inner­halb einer Migräne­erkrankung.

HWS-Syndrom

Als Halswirbelsäulensyndrom (auch Nacken-Schulter-Arm-Syndrom) werden Schmerzen im Nacken oder der Halswirbelsäule bezeichnet. Schulter und Arme sind häufig mitbetroffen, darüber hinaus können muskuläre Verspannungen und tastbare Verhärtungen auftreten. Häufige Begleiterscheinungen sind Kopfschmerzen und Tinnitus oder neurologische Symptome, also Kribbel- und Taubheitsgefühle sowie Lähmungen. Manchmal treten auch Bewegungseinschränkungen auf, beispielsweise kann der Blick über die Schulter erschwert sein. Je nach Symptomatik und Lokalisation der Schmerzen können ein oberes, mittleres und unteres HWS-Syndrom unterschieden werden.

Beim oberen HWS-Syndrom finden sich die Schmerzen im Bereich der ersten zwei Wirbelkörper der HWS. Ein Ausstrahlen in den Kopf ist möglich. Das mittlere HWS-Syndrom betrifft vor allem die Wirbelkörper drei bis fünf und strahlt vorrangig in die Schulterblätter aus. Beim unteren HWS-Syndrom sind die Schmerzen auf die letzten beiden Wirbelkörper im Bereich der HWS beschränkt. Beschwerden treten im Nacken und in Armen und Fingern auf, weshalb es bei Drehung des Kopfes zu plötzlich einschießenden Schmerzen in diesen Bereichen kommen kann.

Behandlung von Nackenschmerzen

Zunächst erfolgt eine körperliche Untersuchung sowie eine Röntgenaufnahme. Nach dem Ausschluss von größeren Verletzungen des Rückenmarks oder der Nerven kann versucht werden, die Schmerzen durch chirotherapeutische Verfahren zu beseitigen. Auch Manualtherapie oder Wärme und Reizstrom können zu einer Linderung beitragen. Des Weiteren können Akupunktur, Krankengymnastik und Muskelaufbautraining sowie Massagen versucht werden. In manchen Fällen ist auch eine medikamentöse Therapie oder Spritzen möglich. Die Behandlung sollte sich jedoch immer an der Ursache orientieren und deshalb keinesfalls auf eigene Faust ohne vorherige Diagnostik durchgeführt werden.

Normalerweise sind die Beschwerden gut behandelbar und verschwinden im Laufe weniger Tage vollständig. Liegt der Grund allerdings in degenerativen Veränderungen, dann ist ein Wiederauftreten sehr wahrscheinlich. Bei regelmäßigen, schwer in den Griff zu bekommenden Schmerzen kann eine Operation zur Stabilisierung der Halswirbelsäule erwogen werden.

Ein wichtiger Punkt in der Therapie besteht in der Prophylaxe des Wiederauftretens. Hier empfiehlt sich eine Rückenschule mit gezieltem Muskelaufbau, eine Korrektur von Fehlhaltungen und das Vermeiden von belastenden Situationen für die HWS. Oftmals reichen einfache Maßnahmen, wie etwa nach einem langen Arbeitstag etwas Sport zu betreiben, um dem Entstehen oder dem Fortschreiten von Problemen entgegenzuwirken.

Prognose

Bei 20 bis 30 % aller Betroffenen kommt es zu einer Chronifizierung der Schmerzen in unterschiedlichem Ausmaß. Manchmal lässt sich dies nicht vermeiden, in vielen Fällen helfen jedoch eine Änderung des Lebenswandels und das Beachten einiger Verhaltensregeln. Gerade in Deutschland gibt es einen hohen Anteil an Arbeitstätigen, welche viel Schreibtischarbeit, aber kaum körperliche Arbeit verrichten. Bewegung kommt hier häufig zu kurz, weswegen ein Gang ins Fitnessstudio oder das regelmäßige Betreiben von anderen Sportarten bereits einen positiven, protektiven Effekt haben können. Außerdem kommt es bei Arbeit am Schreibtisch oder am PC oftmals zu Fehlhaltungen, die die Muskulatur, Bandscheiben und Gelenke ungünstig beanspruchen. Auch hier kann durch das Einnehmen einer korrekten Sitzhaltung und Pausen mit Bewegung Abhilfe geschafft und Schäden oder Chronifizierung von Schmerzen vorgebeugt werden.

Bei wiederholt auftretenden Schmerzen sollte baldmöglichst ein Arzt konsultiert werden, um andere Ursachen auszuschließen und Folgeschäden zu vermeiden. Wird die Fehlbelastung fortgeführt und keine Gegenmaßnahmen getroffen, droht eine vermehrte und beschleunigte Abnutzung der Strukturen im HWS-Bereich und damit eine Chronifizierung der Schmerzen. Diese sind schwerer zu therapieren als akute Schmerzen, bei denen kleine Änderungen des Lebensstils vielleicht geholfen hätten.

In jeden Falle gilt also auch hier, wie bei so vielen medizinischen Problemen: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Gerade bei Nackenschmerzen sind vorbeugende Maßnahmen die einfachste und effektivste Therapie.